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HAGEN Corridors Of Time (Angular Records) Ich muß zugeben, dass ich beim ersten Anhören dieser neuen Angular-Band nicht allzu viel mit den Schweden anfangen konnte. Aber nach mehreren Hördurchgängen begeistert mich 'Corridors Of Time' mit seiner Stilvielfalt immer mehr. Der Opener 'A Summer Air' (mit 7 Minuten auch das längste Stück des Albums) ist eine Coverversion von Kaipas 'Visan I Sommaren' vom 'Solo'-Album. Daraus ist jetzt ein ruhiger Prog-Song mit Schwerpunkt auf folkloristischen Elementen geworden. Spezialisten unter Euch werden wissen, dass neben dem jetzigen Hagen-Keyboarder Hans Lundin auch FloKi Roine Stolt seine Karriere bei Kaipa Mitte der Siebziger begann. 'For Kristina' beginnt mit einem 'Anton aus Tirol'-Jodler, um dann tierisch loszubrettern. Prog Metal-Riffs, gepaart mit jaulenden Violinen, prägen dieses Instrumental. Der krasse Gegensatz zu dem Opener. An 'Sundown' dürften vor allem Kansas-Fans Gefallen finden. Auch hier ist die elektrische Violine von Anders Rosen wieder tonangebend. 'Mother Nature' glänzt durch psychedelisch verzerrten Gesang. 'Questions' ist ein hervorragender Folk Rock-Song, der zum Singen und Tanzen animiert. 'The Northwinds Blow' ist eine tolle Ballade. Und so geht es Schlag auf Schlag durch das ganze Album: Jeder Song hat eine vollkommen eigene Identität. Die verschiedene Stile werden vor allem durch die dominante Violine zusammengehalten, die sich wie ein roter Faden durch die Produktion zieht. Die 14 Songs des Albums überschreiten selten die 5-Minuten-Grenze und sind allesamt ein Paradebeispiel für Abwechslungsreichtum. Von Prog bis Prog Metal, von Seventies Hard Rock bis Folk Rock bekommt der Hörer alles geboten, was anspruchsvolle Rockmusik ausmacht. Neben Mostly Autumn ist Hagen vielleicht der heißeste Insidertip, den die Proggemeinde seit Spock's Beard auf Lager hat. Michael Bäcker |